Bürgerverein zu St. Georg von 1880 e.V.

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    Offener Brief

    Von Buerger von St. Georg, 30.05.2012.

    Herrn

    Frank Jendrusch

    Hansaplatz 1

    20099 Hamburg

    Hamburg, den 28.05.2012

    Lieber Frank Jendrusch,

    Sie bewegen Immobilien, schreiben Sie auf Ihrer Internetseite. Sie sind erfolgreicher Makler und seit einigen Monaten direkt im Herzen unseres Viertels, am Hansaplatz, ansässig. Sie sind auch Immobilieneigentümer auf St.Georg.

    Unser Stadtteil ist derzeit Boom-Town. Hier wird Beton-Geld verdient. Ich neide Ihnen Ihren Erfolg nicht, gehöre nicht zu denen, die Maklertätigkeit verdammen und beglückwünsche Sie zu Ihrer Entscheidung, in St.Georg zu investieren. Es waren nicht allzu viele, die dies gewagt haben.

    Sie haben vor vielen Jahren zusammen mit anderen Investoren den Mut gehabt, das Haus Lange Reihe 68-70 zu kaufen. Sie mussten sanieren und sich auf eine Preisbindung, die abgelaufen ist, einlassen. Nun sind Sie frei in Ihren Entscheidungen. Zumindest bei Neuvermietungen gilt keine gesetzliche Preisbremse. Bei Wohnraum lässt der Mietenspiegel erhebliche Steigerungen zu. Gewerbliche Mieter haben zudem keinen Kündigungsschutz. Sie können sich nur durch die lange Laufzeit einen Vertrages absichern.

    In Ihrem Hause haben zwei Mieter ihre Rechte aus dem Mietvertrag, der ihnen die Möglichkeit gab, den Vertrag durch einseitige Erklärung zu verlängern, verschlafen. Als cleverer Immobilienwirt haben Sie dies natürlich sofort erkannt.

    Das Kräuterhaus und die Buchhandlung Dr. Wohlers sind viele Jahre in der Langen   Reihe. Dr. Wohlers über 50 Jahre. Die Mieter sind Ankermieter der Straße. Sie haben das Bild dieser bunten Meile geprägt.

    Sie sind Immobilienexperte. Sie wissen wie kaum ein anderer, wie wichtig die Mischung des Gewerbes für den Erfolg einer Straße ist. Die Lange Reihe ist nicht die Mö. Sie war eine liebenswerte Einkaufsstraße mit vielen originellen Läden. Jetzt droht sie, verwechselbar zu werden.

    Wir brauchen hier keine weiteren Restaurants oder Gaststätten, keine neuen Friseurläden und auch keine Filialisten. Aber ich weiß, diese Mietinteressenten wären bereit, wesentlich mehr Miete zu zahlen, als dies ein Kräuter- oder Buchverkäufer könnte.

    Es stimmt, Sie haben beiden Mietern neue Verträge angeboten. Es stimmt aber auch, dass die Mieten, die Sie nun verlangen, von beiden Mietern nicht zu bezahlen sind. 30 Euro pro qm mag ein Gastwirt vielleicht realisieren, sicherlich ein Filialist, fraglos aber kein kleiner Gewerbetreibender.

    Natürlich geht es um Geld, viel Geld. Und es macht natürlich den Unterschied, ob ich von einem Mieter nun statt 1.400 stolze 4.100 Euro bekommen kann. Für 32..000 Euro mehr im Jahr sind schon viele schwach geworden.

    Geld regiert die Welt, so heißt es. Es gilt aber auch: Geld ist nicht Alles.

    Ich appeliere an Sie: Stellen Sie sich Ihrer sozialen Veranwortung gegenüber Ihren Mietern, der sozialen Verantwortung gegenüber der Langen Reihe und Ihrem Stadtteil St.Georg. Geben Sie Ihren Mietern eine faire Chance, hier zu bleiben. Als Makler und Grundeigentümer wissen Sie genau, dass nachhaltige Wertschöpfung sinnvoller ist als das schnelle Geld.

    Lieber Herr Jendrusch, sie bewegen Immobilien. Das Tradierte, in Jahrzehnten Gewachsene, sollte aber geschützt werden.

    Ich hoffe, Sie nachdenklich gemacht zu haben.

    Mit freundlichem Gruß

    Ihr Helmut Voigtland

    1.Vorsitzender

     
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    Schatzmeister Roland Rotermund

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