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    Fragen an Frau Mignon Kashani – Executive Assistant Manager – vom „Reichshof“ Hamburg

    Von Buerger von St. Georg, 02.07.2017.

    Der Reichshof Hamburg hat eine  mehr als einhundertjährige Geschichte. und gehört damit zu den Hamburger Traditionshotels. In 2015 wurde das denkmalgeschützte Haus am Hauptbahnhof nach einer umfänglichen Sanierung neu eröffnet. Das Hotel Reichshof Hamburg  firmiert unter der Marke  „Curio – A Collection by Hilton“.

    Es war und ist  zugleich ein fester Bestandteil des Stadtteils St. Georg. So gibt es zum Beispiel für Gäste die Möglichkeit, von der neuen Kooperation zwischen dem Reichshof Hamburg und dem Deutsches Schauspielhaus zu profitieren.

    Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräfte- und generellen Personalproblems vieler Unternehmen und der Frage, welchen Beitrag Menschen mit Migrationshintergrund bzw. mit Fluchtgeschichte dazu  leisten können,  wurde das Gespräch mit Frau Mignon Kashani, Executive Assistant Manager und damit im Führungsteam des Hotels,  und Herrn Hans Nauber, Diplom-Politologe und  Bewohner im Stadtteil St. Georg, geführt. Er beschäftigt sich beruflich wie privat mit Migrations-  und  arbeitsmarkt- sowie politischen Integrationsprozessen.

    Fragen/Antworten:

    • Der Reichshof ist traditionell eine Institution in Hamburg, insbesondere aber hier im Stadtteil St. Georg. Das Unternehmen und auch Sie persönlich engagieren sich hier im Stadtteil St. Georg aktiv und insbesondere auch für  Menschen mit „Fluchtgeschichte“.  Sie nehmen damit eine besondere gesellschaftliche Verantwortung als Unternehmen wahr. Welche Bedeutung hat das für Sie, für Ihr Unternehmen  und Ihre MitarbeiterInnen und Mitarbeiter?

    Zum einen können wir dem stetig wachsenden Fachkräftemangel entgegenwirken und zum anderen können wir aktiv für die Integration von Flüchtlingen eintreten. Wir haben die Möglichkeit, gerade die jungen Menschen zu fördern und Ihnen eine Chance zu bieten. Es stärkt auch unser Team, sich sozial zu engagieren und fördert auch die Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme. Für das Arbeitsklima ist das sehr gut.

    • Wie viele Beschäftigte und Azubis haben Sie insgesamt? Wie viele Frauen sind bei Ihnen beschäftigt und in Vorgesetztenfunktionen?

    96 Festangestellte und 15 Azubis, davon 49 weibliche und 62 männliche Mitarbeiter. Das entspricht einer „Frauenquote“ von 44%.
    Führungspositionen: 7 Frauen und 9 Männer, das sind 43%. Damit liegen wir im Vergleich sehr gut.

    • Wie viele haben einen Migrationshintergrund oder eine Fluchtgeschichte?

    20 Mitarbeiter mit Migrationshintergrund und 2 Mitarbeiter mit Fluchtgeschichte. Sie kommen aus Ägypten und Syrien.

    • Welche Rolle spielen überhaupt Menschen mit Migrationshintergrund bzw. Fluchtgeschichte bei der Sicherung Ihres Fachkräfte-, bzw. Personalbedarfs?

    Gerade in den Bereichen Küche, Housekeeping und Lagerhaltung finden wir immer schwerer Personal. Diese Abteilungen bieten eine tolle Plattform oder Ausgangssituation, um in der Branche als Quereinsteiger ohne fachliche Kompetenzen Fuß zu fassen und sich dann stetig weiterzuentwickeln oder sogar eine Ausbildung zu starten. Auf der Grundlage des Integrationsgesetzes und der konkreten Ausgestaltung hier in Hamburg durch den Senat haben auch wir als Unternehmen eine sehr gute Grundlage, Ausbildungen für die Menschen mit Fluchtgeschichte anzubieten, da sowohl für den Betroffenen als auch für uns als Unternehmen eine hohe Rechtssicherheit sogar über die Ausbildungszeit hinaus gewährt werden kann. Somit können wir dem Personalmangel entgegenwirken und eventuell neue Fachkräfte ausbilden.

    • Gab oder gibt es Vorbehalte oder Probleme von Ihren Mitarbeitenden gegenüber Menschen/Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, bzw. Fluchtgeschichte? Wie gehen Sie damit um?

    Die Sprachbarriere ist für die tägliche Kommunikation im Team untereinander aber auch im Umgang mit den Gästen schwer. Wir bieten daher 1 Mal die Woche einen Deutschkurs im Hotel während der Arbeitszeit an. Probleme bei der Anerkennung von Zeugnissen oder im Hinblick auf soziale Kompetenzen haben wir bisher nicht nennenswert gehabt.

    Allerdings dauert die Einarbeitung verhältnismäßig lange und ist intensiver. Die Mitarbeiter müssen diese zusätzliche Belastung mit auffangen auf Kosten der Qualität teilweise. Wir bieten deshalb intensivere Trainings und Schulungen innerhalb des Hotels für diesen Personenkreis an. Wünschenswert wäre es, wenn auch wir dafür eine gewisse externe Unterstützung erfahren könnten.

    • Welche Erfahrungen haben Sie und Ihre Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter gemacht? Gibt es eine Kundenreaktion? Bitte erzählen Sie uns über die positiven Effekte,  aber auch Schwierigkeiten.Ganz ehrlich: es gibt von Seiten der Gäste werde positive noch negative Äußerungen. Sehr neutral.
    • Wenn Sie jemanden einstellen wollen: Was ist an einer Person für Sie wichtig? Worauf kommt es Ihnen dabei insbesondere an?Bei uns steht einzig und alleine der Mensch mit seiner Persönlichkeit, dem Charakter und dem Willen, etwas zu bewegen, im Vordergrund. Dazu gehören insbesondere auch die Arbeit und die Bereitschaft, im TEAM zu arbeiten. Selbstverständlich gehört dazu aber auch eine von Loyalität geprägte Zusammenarbeit.
    • Haben Sie in den letzten Jahren überhaupt Schwierigkeiten gehabt, Personal zu finden?

    Ja der Hamburger Markt ist hart umkämpft. Die Tariflöhne sind sehr gering und Hamburg hat sehr hohe Lebenserhaltungskosten Umso wichtiger ist daher die Qualität der Ausbildung, um Nachwuchskräfte zu finden und den Berufszweig so attraktiv wie möglich zu gestalten.

    • Wenn ja, was bedeutet das für Sie und wie gehen Sie damit um?

    Da wir an den niedrigen Tariflöhnen leider nicht viel machen können, versuchen wir uns als Unternehmen gegenüber den Mitbewerbern abzuheben durch:

    Work-Life-Balance (verschieden Modelle der Teilzeit), keine Überstunden durch exaktes Zeiterfassungsprogramm,

    individuelle Fortbildung der Mitarbeiter ermöglichen,

    gutes Arbeitsklima, Teambuilding-Aktivitäten, Deutsch- und Englisch-kurse, BGM( betriebliches Gesundheitsmanagementmaßnahmen), etc.

    • Wie kommen neue MitarbeiterInnen/Mitarbeiter zu Ihnen?

    durch eigene Mitarbeiter (BONUS Programm)

    durch Schülerpraktika ( Schule / Universitäten)

    durch die Joblinge – eine Initiative, die sich um Jugendarbeitslosigkeit kümmert

    Agentur für Arbeit

    Handelskammer

    Über das Internetportal : Hotelcareer

    • Suchen Sie derzeit neue Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter? Wenn ja, für welche Tätigkeiten? Würden Sie auch Mitarbeiter mit Migrationshintergrund oder auch Flüchtlinge einstellen?

    Housekeeping , Küche, Front Office

    Selbstverständlich würden wir auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund oder auch mit Fluchtgeschichte

    • Welche Bedeutung hat die Weiterbildung in Ihrem Unternehmen?

    Einen sehr großen Stellenwert! Die Talente, die wir finden, möchten wir fordern und fördern, wo immer es geht. Das ist ein wichtiges Motivationstool. Dazu gehören dann auch Trainingsprogramme, die individuelle Schulungen und Aufstiegschancen ermöglichen sowie zum Beispiel ein jährliches Orientierungsgespräch zur Unterstützung, Weiterentwicklung und Karriereplanung.

    • Empfehlen Sie anderen Unternehmern/innen, dass Sie zur  Gewinnung von Fachkräften auch und gerade auf Menschen mit Migrationshintergrund / Fluchtgeschichte zurückgreifen? Wenn ja, warum? welche Vorteile sehen Sie darin?

    Ich erwähne immer wieder das Positive gegenüber allen Schnittstellen (Agentur für Arbeit, Schulen, Universitäten, „Joblinge“, Handelskammer, etc.). Ein wesentlicher Grund ist, dem immer größer werdenden Fachkräfte- und Personalmangel entgegenzuwirken.

    • Welche Rahmenbedingungen, Unterstützungsleistungen und Förderangebote wünschen Sie sich von der Politik – oder auch den Kammern, Unternehmensverbänden, etc. –  zur Sicherung des Fachkräftebedarfs? (z.B. Unterstützungsleistungen bei der Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Fluchtgeschichte? Eine größere Rechtssicherheit bei Menschen mit Fluchtgeschichte?)

    Tariflöhne in Hamburg anpassen / erhöhen um wettbewerbsfähig zu sein (DEHOGA)
    Wohnraum in Hamburg, wo kommen diese Menschen alle unter?
    Abbau der erschwerten Bürokratie. Da könnten wir uns eine externe, zeitweise Unterstützung sowie vorbereitende Dienstleistungen, wie zum Beispiel vorab geschaltete Kompetenzfeststellungen,  gut vorstellen.

    Hans Nauber, Hamburg, den 05.05.2017

     
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