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    Unser Hansaplatz?

    Von Martin Streb, 04.05.2016.

    Wem gehört der Hansaplatz? Natürlich allen, die sich auf ihm aufhalten und bewegen, natürlich aber auch allen, die an ihm wohnen und arbeiten und natürlich auch allen anderen, die in St. Georg leben und hier ihren Lebensunterhalt verdienen. Sie alle müssen die geltenden Gesetze einhalten und dürfen die jeweils anderen nicht belästigen.

    So eindeutig wie das klingt, ist es aber nicht. Das fängt schon mit der Sperrgebietsverordnung an, die Prostitution verbietet und gilt für die Kontaktverbotsverordnung, die Freiern das Ansprechen und den Besuch von sich prostituierenden Menschen verbietet. Zwei Gesetze deren ersteres kaum oder nur mit gegenteiligem Effekt durchzusetzen ist. Wo fängt die Lärmbelästigung an und wo hört sie auf. Mein Beispiel: morgens um vier laute Diskussion und Gelächter unter meinem Schlafzimmerfenster, mein wütendes Nachschauen im Pyjama auf Schlappen und oje es ist die eigene Tochter nach einer Party. Was ist mutwillige Vermüllung genau? Wir betrachten den Hansaplatz als unser Wohnzimmer und da benimmt man sich, ja wie denn? Trinken, Rumsitzen, Reden und Streiten sind zum Glück auf öffentlichen Plätzen erlaubt.

    Der Hansaplatz ist gar nicht so alt. Er war Ende des 19.Jahrhunderts das Ergebnis einer damals nicht so genannten „Privat-Public-Partnerschaft“ und der Spekulation im Wohnungsbau. Die Straßenbahn führte über ihn, zwei seiner Seiten vielen dem Krieg zum Opfer, er war Schwarzmarkt, Parkplatz, nach halbherzigem Umbau Drogenversteckt und WC nicht nur für Hunde. Fast durchgängig war er Standplatz der Prostitution.

    Über Jahrzehnte haben wir vom Bürgerverein für den Hansaplatz gekämpft, einen Studentenwettbewerb veranstaltet, zwölf Jahre auf die Umsetzung des Siegerentwurfes gewartet und haben nun den unseres Erachtens schönsten Platz Hamburgs. Er belebt sich heute bei warmem Wetter durch eine vielseitige Außengastronomie. Er wird besucht von uns und nicht wenigen Touristen, weil er viele Hingucker hat, Menschen und Gebautes bis hin zum sprudelnden Brunnen. Mehr und mehr meist kulturelle Events werden veranstaltet. Ein Wochenmarkt versucht sich noch durchzusetzen. Wird er es schaffen? Wir hoffen das.

    Es kommen auf dem Hansaplatz, und das über die meiste Zeit des Tages, Menschen mit sehr unterschiedlichem Hintergrund friedlich zusammen. Mieter von Sozialwohnungen, Wohnungseigentümer, Obdachlose, Prostituierte, Kneipengeher, Gourmets, Anzugträger, Schmutzige, migrantische Flüchtlinge, Alkis, Drogis, Polizisten, Streetworker , schräge Vögel und viele Nationen, Asiaten, Osteuropäer, Afrikaner. Und das ist gut so! Wir wollen niemanden verdrängen. Wir wissen um die mit der Bahnhofsnähe verbundene Anziehungskraft des Hansaplatzes. Wir wollen es ganz bewusst das Zusammenleben mit allen auch mit den sogenannten Randgruppen.

    Spannend ist die Bebauung der vier Platzseiten historisch und sozial. Da sind die Süd- und die Westseite aus der Erstbebauung, großbürgerliches Ambiente, seit dem Krieg mit kostengünstigen Mieten aber in der letzten Dekade teilweise aufwendig saniert und verkauft, da sind die Genossenschaftshäuser aus den 70ziger Jahren mit zum überwiegenden Teil Sozialwohnungen und schließlich die schlichten, unschuldigen Nachkriegsbauten mit ebenfalls noch manchen erschwinglichen Mieten. Wo sonst gibt es auf engstem Raum so ein Zusammenleben?

    Wir sind stolz auf unseren Hansaplatz und das lassen wir uns auch von reißerischen Texten in der Bildzeitung nicht vermiesen. So bedrohlich, so furchterregend, so verkommen wie die Bild es beschreibt, ist das Leben auf dem Hansaplatz wirklich nicht. Ja es gibt auch Probleme: Dealer, Kleinkriminelle, manchmal aggressive Prostitution, randalierende Säufer, exzessive Pinkler, Schreiereien hin und wieder Schlägereien. Der Platz ist nachts nicht ausgeleuchtet. Es fehlt ein kostenloses WC für 20 Stunden für beiderlei Geschlecht. Zuviel billiges Bier in Glasflaschen wird verkauft und zerschlagen. Trotz zweimal täglicher Reinigung bleibt viel Müll liegen. Die häufige unsichtbare und demonstrative Polizeipräsens gehört zum Hansaplatz. Wir wissen das und nehmen es hin, aber ein Kriminalitätsschwerpunkt zu sei lehnen wir ab. Dazu mehr in den nachfolgenden Texten und Bildern.

    Martin Streb

     
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