Bürgerverein zu St. Georg von 1880 e.V.

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    Spuren in der Stadt

    Von Martin Streb, 24.02.2015.

    Städte werden zu musealen und verschlafenen Orten, wenn sie sich nicht ständig wandeln oder erneuern.

    Diese Erneuerungen gehen meist einher mit Protesten und Widerständen durch beharrende Kräfte. Mögen es Traditionalisten oder Bewahrer der sogenannten ewigen Werte seien. Mögen es auch einfach Ruhe und Zufriedenheit sein, die das Festhalten am Bekannten und Gewohnten bewirken. Eine starke Kraft ist die Angst vor dem Neuen, noch Unbekannten. Wenn sich diese Kräfte durchsetzen, führt das zu Selbstzufriedenheit und dann Niedergang der Städte ohne eigene Zukunft.

    Die Widerstände der Erneuerung haben aber gleichzeitig eine dialektische Funktion. Sie verhindern bedenkenlose Zerstörung von Geliebten und Bewährtem. Sie haben eine Kontrollfunktion. Sie schützen vor überbordendem Erneuerungswahn. Sie sorgen für die richtige Auswahl. Nur das wirklich Bessere und Richtigere kann sich durchsetzen. Nur die Erneuerung, die auf die immer neuen Herausforderungen sinnfällig reagiert, kann sich durchsetzen. Sie sichert das Fortbestehen einer lebendigen Stadt, die ihre Probleme angemessen meistert.

    Die gesichtslose nur neue Stadt wird immer Zeit, viel Zeit und ihrerseits Änderungen und Anpassungen benötigen, um die komplexe Qualität unserer alten Städte zu erlangen. Aber wir haben sie ja unsere alten Städte im steten Wandel. Die alten Städte bei uns in Europa sind Zeugnis der Diskussion oder der Konflikte zwischen Bewahren und Erneuern. Sie gewinnen gerade daraus ihren Reiz, ihre Attraktivität. Sie bestehen daraus und dokumentieren den Konflikt als ständige Diskussion.

    Unsere heutigen Städte besitzen den Schatz einer Vergangenheit, die sich auch mit Brüchen und Widersprüchen zeigt. Sie haben Spuren des Vergangenen wie Falten im Gesicht ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Diese Spuren sind unverzichtbar genau wie die Anpassung an Neues. Die Spuren werden von uns heutigen gesucht und bestaunt. Sie reichen in Deutschland bei einigen Städten bis in die Römerzeit oder mindestens bis ins Mittelalter zurück. Sie sind tatsächlich sichtbar, könne betastet werden. Es sind natürlich Bauwerke wie Rathäuser, Kirchen usw. Eine besonders rigide und ablesbare Spur sind aber die alten Straßenzüge und Plätze sowie deren Namen. Diese Namen erinnern uns an das, was dort früher geschah oder gearbeitet wurde. Es macht Spaß uns darüber nachzudenke oder zu spekulieren.

    Abstraktere Spuren sind die Umbenennungen oder Neubenennungen von Straßen und Plätzen. Sie spiegeln geschichtliche Ereignisse und Erinnerungen an Menschen wider. Sie werden vollzogen nach oft leidenschaftlichen Diskursen, die viel aussagen über das politisch geschichtliche Bewusstsein ihrer Zeit.

    Wir auf St. Georg sind eine eher junge Stadt. Aber auch wir haben diese wunderbaren Spuren und Bezüge zur Vergangenheit: Steindamm. Lange Reihe, Koppel, Lohmühlenstraße, die Tore und manches mehr. Da lag es nahe, einige Straßen auszuwählen und zu untersuchen worauf sie gründen, an was sie erinnern.

    Martin Streb

     
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