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    AIDS-Hilfe in Hamburg – 30 Jahre

    Von Buerger von St. Georg, 07.12.2014.

    Die homosexuelle Befreiung hatte gerade so richtig Anlauf genommen, da bedrohte eine neue medizinische Entdeckung den Traum vom freieren Leben. HIV/AIDS ließ Menschen erschrecken und erfasste auch die ersten Opfer in Deutschland. Die Lust trug jetzt eine tödliche Gefahr in sich, vor der es falsch gewesen wäre, die Augen zu verschließen. Auch in Hamburg griffen Leute aus diesem Zusammenhang deshalb zu dem, was ihnen einzig angemessen erschien: Selbsthilfe gegen die mächtige Gefahr!

    30 Jahre steht die AIDS-Hilfe Hamburg in dieser Spur und hat sich den sich verändernden Erfordernissen in der Begegnung dieser Infektion und ihrer Folgen zu stellen versucht. Sie ist die große Schwester der anderen AIDS-Hilfe-Einrichtungen dieser Stadt geblieben und bietet bis heute ein breites Angebot an Beratung, Begleitung und Prävention. AIDS-Hilfe ist ein bundesweites Label für alles, was Menschen, die mit HIV und AIDS leben, neben der medizinischen Versorgung durch ihren Arzt brauchen. Es ist zugleich auch Markenzeichen für das Wirken in die Gesellschaft hinein, mit dieser Infektion und ihren Folgen selbst-bestimmt, verantwortlich und human umzugehen. Jede örtliche AIDS-Hilfe entwickelt dabei ihr eigenes Profil und zeigt in der Folge ihr eigenes Gesicht. Das war vor drei Jahrzehnten noch anders zugeschnitten als dann zehn Jahre später, als sich auch die Evangelische Kirche in Hamburg entschied, der AIDS-Hilfe eine eigene AIDS-Seelsorge an die Seite zu stellen. Nicht alle, die sich bisher in diesem Bereich engagiert hatten, begrüßten dies. Gehörten doch die Kirchen bis dahin zu den prägenden gesellschaftlichen Instanzen, die sich eher dardurch hervorgetan hatten, jede auf sexuelle Befreiung gerichtete Bewegung abzulehnen oder zu unterdrücken.

    Vor jetzt zehn Jahren hatte sich dies eingespielt. Die Evangelische Kirche hatte in Sachen HIV/AIDS in Hamburg unter Beweis gestellt, das sie den betroffenen Menschen genauso solidarisch begegnen konnte, wie diese es von einer AIDS-Hilfe erwarteten. Es gab Berührungspunkte zwischen der AIDS-Hilfe Hamburg und der AIDS-Seelsorge dieser Stadt. Manche Nutzer gingen hier wie dort ein und aus, andere bevorzugten für sich die eine oder die andere Institution und lehnten die jeweils andere vielleicht sogar für sich ab. Und es gab gemeinsame Imageprobleme, mit denen beide zu kämpfen hatten: „AIDS-Hilfe und AIDS-Seelsorge sind völlig überschwult!“ behaupteten manche betroffenen Frauen oder Hetero-Männer, für die es schwierig war, sich selbst in der Minderheitenrolle zurecht zu finden.

    Heute hat sich das Arbeitsfeld in vieler Hinsicht gewandelt. Medikamente wurden entwickelt, die für die von HIV/AIDS betroffenen Menschen fast eine normale Lebenserwartung eröffnen. Nicht mehr Leid und Elend, Sterben und Tod stehen im Focus der AIDS-Hilfe-Einrichtungen sondern Lebensbegleitung und der gesellschaftliche Auftrag, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen mit HIV/AIDS einzutreten. Alle, die sich in diesem Bereich engagieren, erleben derzeit, wie die Betroffenen das Wissen um ihre Infektion am liebsten ausschließlich für sich behalten wollen und Viele sich deshalb in keiner Beratung mehr einfinden. Der psychische Druck ist für die Einzelnen aber manchmal damit nicht geringer geworden.

    Es bleibt also auch für die nächsten zehn Jahre noch Arbeit. Selbst wenn dann irgendwann medizinisch die Heilung von HIV/AIDS möglich würde, gäbe es auch weiterhin genug zu tun, den langzeitinfizierten Menschen zur Seite zu stehen und die Vision einer sexuell befreiten Zukunft wach zu halten. Die AIDS-Seelsorge Hamburg sieht sich mit der AIDS-Hilfe dieser Stadt gemeinsam auf dem Weg und grüßt diese zu ihrem Jubiläum in herzlicher Verbundenheit.

    Detlev Gause, AIDS-Pastor

     
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