Bürgerverein zu St. Georg von 1880 e.V.

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    St. Georg eine Symbiose aus Vergangenheit und Erneuerung

    Von Martin Streb, 11.08.2013.

    Wir auf St. Georg haben bemerkenswert viele denkmalgeschützte Gebäude, wie der Karte zu entnehmen ist, die wir mit Genehmigung des Denkmalschutzamtes Hamburg in diesem Heft abdrucken durften. Es sind schätzungswiese 25%  aller Häuser und Ensemble. Darüber hinaus bestehen für weite Teile des Stadtteiles „Städtebauliche Erhaltungssatzungen“ und schließlich auch die „Soziale Erhaltungsverordnung“. Das ist eine Menge Schutz, dennoch beobachten wir ständige Veränderungen. Wir haben uns deshalb den Denkmalschutz zum Thema dieses Heftes genommen.

    Allerdings sind nur wenige Baudenkmale aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert gerettet worden.  Der Krieg und auch die Jahre danach haben viele der alten  Zeugnisse gefressen.  Das älteste Objekt und eines der wertvollsten ist sicher die Kreuzigungsgruppe aus dem 15.-Jahrhundert, die mit der „Hellinger „Plastik aus den 80ziger Jahren des 20.-Jahrhunderts auf dem Spadenteich Zwiesprache hält. Darüber ein anderes Mal mehr. Und in der Langen Reihe stehen noch 3 Häuser aus der Zeit vor der eigentlichen Besiedlung des Stadtteiles.

    Das Siechenhaus am St. Georgskirchhof und die Randbebauung des heutigen Carl-von-Ossietzky-Platzes gingen z. B. erst in den 70-zigern des 20. Jahrhunderts durch Abbruch und gegen den Protest vieler Bürger aus dem Stadtteil verloren. Es ließe sich diese Aufzählung verlängern. Wirkungsvoller Denkmalschutz ist nach diesen Erfahrungen unverzichtbar und sei es nur zur Rettung der Fassaden wie vielfach praktiziert in letzter Zeit.

    Wir empfehlen allen Bürgerinnen und Bürgern und den Besucherinnen und Besuchern St. Georgs einen oder besser mehrere Rundgänge anhand der erwähnten Karte des Denkmalschutzes.  Sie werden wunderbare oder auch nur markante Zeitzeugnisse vom Spätklassizismus, der Romantik, der Gründerzeit, von ein wenig Jugendstil, der klassische Moderne des 20-zigsten Jahrhunderts, der Nachkriegsbauten der 50-zigerJahre bis heute entdecken können: große Komplexe wie das Schauspielhaus, kleine Objekte wie den goldenen Ritter an der gleichnamigen Apotheke, romantische Höfe wie an der Alexanderstraße, ev. mit Glück der Kattenhof, der als Ersatzbau und Provisorium nach der Choleraepedemie errichtet wurde und bis heute überdauert hat usw., usw. Es kann hier  nicht im Einzelnen auf auch nur die wichtigsten Baudenkmale eingegangen werden.

    Zu diesen Rundgängen seien einige allgemeine Bemerkungen erlaubt.

    Städte ganz aus alten Gebäuden, Plätzen und Straßen verkommen zur Kulisse, zur Touristenattraktion. Wahres  Leben in ihnen ist kaum zu finden. Neue Städte ganz aus modernen Gebäuden, Plätzen und Straßen fehlt das Lebendige, der eigene Charakter.

    Woran liegt das?

    Es fehlt die Spannung aus gelebter Vergangenheit und Erneuerung.

    Die gebaute Umwelt muss Zeugnis geben von dieser Spannung, die getragen wird von den Menschen, die in ihr leben. Die Bauten sind dabei das Abbild der Gesellschaft  in  ihnen mit Ihrer Geschichte und Gegenwart.

    Unsere Städte brauchen die Spuren ihrer eigenen Vergangenheit, seien sie wertvoll oder nicht. Ohne diese Spuren sind die Veränderungen und Erneuerungen nicht wirklich zu begreifen. Sie geben den Städten Wert und Liebenswürdigkeit, ja Lebensqualität. Ohne Geschichte keine Zukunft gilt auch für die gebaute Welt.

    Wir begrüßen an dieser Stelle und bei dieser Gelegenheit den neuen Chef der Denkmalpflege in Hamburg Herrn Dipl. Ing.  Andreas Kellner und wünschen ihm Glück und Erflog bei seiner neuen Aufgabe in Hamburg, das als „freie und Abrissstadt“ in der ferneren (?) Vergangenheit durchaus einen zweifelhaften Ruf erworben hat. Diesen Ruf hat der scheidende Leiter des Amtes Frank Pieter Hesse nicht zu vertreten, ganz im Gegenteil. Wir möchten ihm ausdrücklich danken für seine erfolgreiche Arbeit in den mehr als  7 Jahren an der Spitze des notorisch unterbesetzten Amtes in Hamburg. Er hat es verstanden, mit den geringen Ressourcen des Denkmalschutzamtes ganz wesentlich zur positiven Weiterentwicklung unserer Stadt beizutragen.

    Dem Hamburger Abendblatt vom 24.07.2013 entnehmen wir ein Zitat des neuen Leiters des Denkmalschutzamtes Hamburg. Es lautet:

    “Verändern und Bewahren stehen bei der Entwicklung der Städte in einer dynamischen Wechselbeziehung. Eine lebendige Stadt baut immer auch auf einem behutsamen Umgang mit ihrer Vergangenheit auf.“

    Dem ist nichts hinzu zu fügen.

    Martin Streb

     
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